Erdogans fünfte Kolonne

Analyse: Die Mehrzahl der Türken in Deutschland steht hinter Erdogan – dieser rüstet sie für Referendum und Kulturkampf. Eine solche islamistische Kopftuch-Türkei gehört nicht zur EU.

Von Bassam Tibi

Die in den vergangenen Wochen von der Politik der türkischen AKP-Regierung hervorgerufene Polarisierung zwischen der Türkei und der EU hat zu einer Abwärtsspirale geführt. Das ging so weit, dass selbst früher der AKP wohlgesonnene westliche Medien inzwischen auf Abstand zu ihr gehen. Dennoch verbreiten diese westlichen Medien weiterhin zwei Erdogan-­Märchen. Das eine lautet: Die in der Türkei herrschende AKP sei nur «islamisch-konservativ». Das andere: Seit dem gescheiterten Putschversuch von Mitte Juli 2016 gehe es um einen ­Konflikt zwischen der Gülen-Bewegung und der AKP. Beides ist falsch.

Die AKP ist eine islamistische Partei und sie steht im Kontext der Parteien­geschichte des politischen Islam in der Türkei. Die erste dieser Parteien war die Milli Nizam Partisi, gegründet 1970, zwei weitere islamistische Parteien folgten, bis die AKP 2001 als deren Nachfolgerin gegründet wurde. Die AKP repräsentiert die Geschichte des politischen Islams in der Türkei, der auch Islamismus genannt wird. Der Islamismus ist die islamische Spielart des religiösen Fundamentalismus; das ist alles andere als ein islamischer Konservatismus.

Hier gibt’s die Schweizer Nachricht 

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