Schulz-Hype: Elite sind immer die anderen

Das Denken der „selbst ernannten Eliten“ interessiere ihn nicht, sagt Martin Schulz. Ist das als Selbstkritik gemeint? Wenn jemand sein Geld nicht auf normalem Weg gemacht hat, dann der SPD-Kanzlerkandidat.

Die SPD will die Gehälter der Manager begrenzen, um Deutschland wieder gleicher und damit gerechter zu machen. Soziale Gerechtigkeit ist das große Thema der SPD, die im September in die Regierung zurückkehren möchte. Jede Partei hat ein Jahrzehnt, in das sie sich zurücksehnt. Bei der AfD sind es die Fünfzigerjahre, in denen die Welt noch in Ordnung war. Für die Sozialdemokraten sind das Ideal-Jahrzehnt die Siebziger, als es Willy gab und Tarif-Runden mit elf Prozent Lohnsteigerung.

Martin Schulz ist auch gegen zu hohe Managergehälter. Er hat in den vier Wochen, in denen er das Land kennenlernte, das er demnächst regieren will, Beispiele gesammelt, wo es nicht gerecht zugeht. Neulich hat er zum Beispiel jemanden getroffen, der 50 Jahre alt ist und um seinen Job fürchtet, wie Schulz berichtete, weshalb er nun das Arbeitslosengeld auf bis zu 48 Monate verlängern will. Er hat auch viel über Vorstände gehört, die sich die Taschen vollmachen.

Ich habe mir eine Reihe von Schulz-Reden angehört. Ich habe dabei einen Namen vermisst. Wenn man nach einem Beispiel für eine Gerechtigkeitslücke sucht, dann kommt einem doch sofort die ehemalige hessische Justizministerin Christine Hohmann-Dennhardt in den Sinn. Haben sie die bei der SPD vergessen, trotz ihres Parteibuchs?

Irgendetwas stimmt mit Schulz nicht

Irgendetwas stimmt mit Schulz nicht, davon bin ich mittlerweile überzeugt. Ich werde immer skeptisch bei Menschen, die plötzlich Fleischverzicht predigen, obwohl sie bis eben noch Fleischfachverkäufer waren.

Neulich hat Schulz erklären wollen, warum die Agenda 2010 in Teilen zurückgedreht werden muss. Befristete Arbeitsverhältnisse sollten nur noch ausnahmsweise zugelassen werden, hat Schulz gesagt. Er hat das damit begründet, dass 40 Prozent der Menschen zwischen 25 und 35 Jahren keinen richtigen Job mehr haben, sondern lediglich einen auf Zeit. 40 Prozent ist eine enorm hohe Zahl. Ich bin selber erschrocken, als ich davon las. Wer nicht weiß, wie es mit ihm auf Dauer weitergeht, kann keine Existenz gründen.

Leider war die Zahl komplett falsch, es sind eher 14 Prozent. Schulz hatte das verwechselt. Was ist von einem Mann zu halten, der seinen ersten entscheidenden politischen Vorstoß auf einer falschen Zahl aufbaut, habe ich mich gefragt. Als Rudolf Scharping zu Beginn seines Wahlkampfs brutto und netto verwechselte, war er erledigt, weil allen klar war, dass er nicht wusste, wovon er sprach.

Den ganzen SPD kritischen Artikel des Spiegel lesen!

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